Vom Kochelsee zum Eibsee – Unterwegs an Bayerns Seen

In meinem letzten Beitrag habe ich einige Aufnahmen von der Zugspitze präsentiert. Diese waren alle sehr düster gehalten, obwohl es ein schöner Sommermorgen war. Was die Bildbearbeitung schon so ausmachen kann. In diesem Beitrag möchte ich euch freundlichere Aufnahmen vom Eibsee, Kochelsee und Walchensee präsentieren.

Mein Plan war den Sonnenaufgang am Kochelsee aufzunehmen und dann noch ein paar Aufnahmen am Walchensee zu machen. Danach sollte es zum Eibsee weitergehen. Der Kochel- und Walchensee liegen circa 70 km südlich von München. Um rechtzeitig an der geplanten Location zu sein, klingelte der Wecker kurz vor 4:00. Mit einem Kaffee machte ich dann auf dem Weg.

Am Kochelsee

Die Fischerhütten am Kochelsee
Die Fischerhütten am Kochelsee

Als erste Location hatte ich mir Fischerhütten am Kochelsee herausgesucht. Die Hütten sind ein bekanntes Motiv, das ich auch mal ablichten wollte. Die Wolkendecke war noch sehr dicht. Zum Glück riss sie aus Richtung Nordosten auf. Das Wasser des Sees war spiegelglatt. Nur ein paar Enten schwammen ab und zu umher.

Sonnenaufgang am Kochelsee mit toller Spiegelung
Sonnenaufgang am Kochelsee – Panorama aus 8 Aufnahmen

Um die Hütten und den Sonnenaufgang auf eine Aufnahme zu bekommen waren die 16 mm des Fuji XF 16-55 mm dann doch zu viel Brennweite. Also habe ich improvisiert und ein Panorama aus sechs Aufnahmen erstellt. Die Spiegelung war perfekt, da ist kein Photoshop im Spiel.

Mit dabei war auch die Pentacon Six. Ich will mich auch in der analogen Fotografie weiterentwickeln. Dieser Morgen war dazu eine gute Gelegenheit. Durch die Wolken war das Licht sehr diffus und die Gefahr von Fehlbelichtungen geringer. Denke ich. Der Film ist dann auch voll geworden und muss jetzt noch entwickelt werden.

Blick durch den großen Lichtschachtsucher der Pentacon Six
Blick durch den großen Lichtschachtsucher der Pentacon Six

Weiter zum Walchensee

Nachdem die Sonne höher stieg und hinter den Wolken verschwunden war, machte ich mich auf den Weg zum Walchensee. Der Walchensee liegt oberhalb des Kochelsees und ist über eine recht verschlungene Passstraße zu erreichen. Hat man die Serpentinen hinter sich gelassen, eröffnet sich der Blick über den See. Es geht die Straße am Ufer entlang bis zum Ort Walchensee. Hier machte ich einen kurzen Stopp. Das Bild war ähnlich wie am Kochesee. Die Wasseroberfläche war spiegelglatt und erzeugte perfekte Reflexionen.

Immer noch eine dicke Wolkendecke am Walchensee
Immer noch eine dicke Wolkendecke am Walchensee

Ich hielt mich nur kurz am Ufer des Sees auf. Ich war schon recht oft am Walchensee und habe auch noch genug Motiv-Ideen für diesen Ort. Nur mit „besserem“ Licht. Also ging es weiter Richtung Garmisch Partenkirchen und Eibsee. Ich fuhr die B11 über Wallgau und vorbei am Karwendelgebirge entlang.

Das Ziel der Eibsee

Nach gut 40 Minuten Fahrt kam ich am Eibsee an. Am liebsten hätte ich auf der Strecke alle 500 Meter angehalten, um Fotos zu machen. Die Landschaft war sehr imposant. Es war mittlerweile kurz nach 7:00 und die Parkplätze waren geöffnet. Man sollte wissen, dass der Eibsee in Privatbesitz des dortigen Hotels ist. Es herrscht ein Nachtparkverbot von 22:00-7:00.

Blick auf den oberen See vom Rundweg
Blick auf den oberen See vom Rundweg

Ich machte mich auf den Weg zum Wanderweg rund um den See. Das erste Motiv ließ auch nicht lange auf sich warten. Durch eine Lücke in den Bäumen konnte man einen Blick auf den Oberen See erhaschen. Das ist kleiner Teil des Sees, der durch ein nur 0,5 Meter tiefe Engstelle vom restlichen See getrennt ist.

Der Obere See mit türkis schmierendem Wasser
Der Obere See mit türkis schimmerndem Wasser

Das bBesondere am Eibsee sind die Farben im Wasser. Es schimmert von Türkis über Grün bis hin zu tiefem Blau. Der Obere See ist dabei keine Ausnahme.

Weiter ging es das Nordufer entlang. Langsam steig die Sonne höher und gleichzeitig schob sich eine große Wolke in Ebene über dem See. Die mit dichtem Wald bewachsenen Hänge des Wettersteinmassivs wirkten dabei wie eine Art Fangnetz. Die Wolken verfingen sich in den Bäumen als sie langsam höher stiegen.

Wolken schieben sich langsam über den See und die Hänge entlang
Wolken schieben sich langsam über den See und die Hänge entlang

Ab und zu brach die Sonne durch kleine Wolkenlücken und tauchte die Bäume und das Ufer in ein weiches Licht. Es entstanden sehr schöne Lichtspiele und Kontraste.

Die Wolken verfangen sich in den Bäumen
Die Wolken verfangen sich in den Bäumen

Ich hatte mittlerweile den Weg verlassen und wanderte am Ufer entlang. Als Fixpunkt am gegenüberliegenden Ufer diente mir ein großer Bootspavillon. Das Wolkenband schob immer weiter über den See. Es war wie eine Art Schlange, die sich über den See schlängelte. Die Gipfel waren weiterhin wolkenverhangenen.

Blick über den Eibsee zum Wetterstein
Blick über den Eibsee zum Wettersteingebirge
Wald und Fels im Detail
Wald und Fels im Detail

An den beiden oberen Motiven lässt sich gut die Wirkung verschiedener Brennweiten auf ein Motiv erkennen. Das Motiv ist das gleiche. Während das obere Motiv mit einer Brennweite von 23 mm aufgenommen wurde. Sind es beim unteren Motiv 56 mm. Die Felswände wirken massiver und mächtiger.

Ich folgte weiter dem Uferverlauf und gelangte zu einer kleinen Bucht. Von hier ergab sich der Blick zur Sasseninsel und dem Zugspitzmassiv. Die Sasseninsel ist eine der sieben Inseln im Eibsee. Sie befinden sich allesamt am Nordufer.

Blick zu Sasseninsel und zum Zugspitzmassiv
Blick zu Sasseninsel und zum Zugspitzmassiv

Das Wasser war durch einen Kanufahrer etwas aufgewühlt wurden, beruhigte sich aber schnell wieder. Die leichten Wellen etwas weiter draußen und das ruhige Wasser am Ufer ergaben ein sehr schönes Motiv. Leider waren auch hier wieder die 16 mm des Objektivs nicht ausreichend. Also erstellte dieses mal ein vertikales Panorama aus vier Aufnahmen.

Mittlerweile war es fast 9:00 und das frühe Aufstehen machte sich bemerkbar. Ich machte mich langsam auf den Rückweg. Aber nicht ohne zurückzublicken, schließlich ergaben sich immer noch neue Motive. So schien die Sonne durch eine Wolkenlücke genau auf das gegenüberliegende Ufer und sorgte nochmal für zwei tolle Motive.

Die Sasseninsel vor lichtdurchfluteten Wolken
Die Sasseninsel vor lichtdurchfluteten Wolken
Lichtspiele über und auf dem Wasser
Lichtspiele über und auf dem Wasser

Das war meine kleine Drei-Seen-Tour, dieses mal mit freundlicheren und nicht minder schönen Motiven. Für mich hat der Tag die Erkenntnis gebracht, dass sich Motive auch ohne das „perfekte“ Licht ergeben können. Man muss sich einfach die Situation einstellen. Ich habe mir einen Großteil der Motive genauso vorgestellt und bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen.

Ich hoffe euch begeistern die Bilder genauso wie mich. Kritik und Anregungen sind in den Kommentaren immer gern gesehen. Gern könnt ihr mich auch per Mail oder auf Facebook anschreiben. Auf Instagram und 500px gibt es immer wieder neue Bilder von mir.

nach oben

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s