Streetfotografie mit Fujifilm X-S10

Lesezeit ca. 8 Minuten

Mein Blog dreht sich im Landschaftsfotografie, da fragen sich einige von euch vielleicht warum es auch einen Artikel zu Streetfotografie gibt. Vor circa zwei Jahren habe gemerkt, dass ich bei meiner Landschaftsfotografie stark in eine Routine verfallen bin. Die Motive und Stimmungen sind recht ähnlich. Ich bin oft am Morgen unterwegs, zum Beispiel war ich einige Male zum Sonnenaufgang am Herzogstand oder auch am Wallberg. Es brauchte etwas, um mich ein wenig aus dieser Routine zu befreien.

Eine Alltagsszene im Olympiadorf in München. Ein Mann geht über eine Brücke
Eine Alltagsszene im Olympiadorf in München.

Streetfotografie schien mir dazu ideal. In diesem Artikel erfahrt ihr,

  1. Meine Motivation für die Streetfotografie
  2. Den passenden Look zu meinen Vorstellungen finden
  3. Abwechselung zur Landschaftsfotografie
  4. Man lernt nie aus – besonders nicht beim Fotografieren
  5. Mit der Streetfotografie entwickle ich mich weiter

Meine Motivation für die Streetfotografie

Zum einen versuche ich gerade meine Art der Landschaftsfotografie gerade ein wenig zu verändern. Einerseits will ich wieder mehr ins Ungewisse gehen, neue Spots entdecken und bei nicht ideal erscheinenden Bedingungen losziehen. Anderseits finde ich die Fotografie von James Popsys aus Wales sehr gut und spannend. Die Interaktion von Natur und von Menschen geschaffene Dingen finde ich sehr spannend. Zudem sind seine YouTube-Videos sehr unterhaltsam. Außerdem beeinflusst mich ein anderer Fotograf, den ich über YouTube entdeckt habe. Roman Fox aus England ist primär im Bereich Streetfotografie unterwegs. Mir gefallen seine Bilder ebenfalls sehr.

Diese beiden Einflüsse bewogen mich dazu, mich mehr der Streetfotografie zu beschäftigen und auszuprobieren. Es gilt Szenen zu beobachten, anschließend zu erkennen und einzufangen. In der Landschaftsfotografie ist dies bedingt auch so, aber vielmehr ist hier einiges an Planung vorausgesetzt und manchmal etwas Glück. In der Streetfotografie gilt es eher schnell auf kurzfristige, ungeplante Situationen zu reagieren. Ich denke, es ist dieser Gegensatz, der mich reizt.

Ein Schwarm Tauben fliegt tief über den Gärtnerplatz in München. Die spontan entstehenden Situationen reizen mich.
Ein Schwarm Tauben fliegt tief über den Gärtnerplatz in München. Die spontan entstehenden Situationen reizen mich.

Darum habe ich die Fujifilm X-S10 für die Streetfotografie gewählt

Da ich bereits früher mit den Kameras von Fujifilm fotografiert habe, bin ich mit dem System noch recht gut vertraut. Nach ein paar Experimenten mit der Fujifilm X100F und der Fujifilm X-E3 fiel meine Wahl auf die Fujifilm X-S10. Die Festbrennweite mit 23 mm an der Fujifilm X100F war mir irgendwie etwas zu weitwinklig. An der X-E3 kann das Objektiv gewechselt werden und die Kamera ist sehr kompakt. Allerdings finde ich sie etwas zu klein. Die Bedienung mit den Einstellrädern ist zwar sehr intuitiv, aber in meinen Augen teilweise recht fummelig. Die Fujifilm X-S10 löst dieses Problem für mich. Zudem ist die Kamera sehr kompakt und hier ist das Bedienkonzept an eine Spiegelreflexkamera angelehnt. Damit komme ich mittlerweile besser zurecht. Zudem habe ich mit dem SIGMA 30 mm F1,4 eine passende, lichtstarke Festbrennweite im Bereich von ca. 40 mm Brennweite auf das Vollformat gerechnet. Meine Nikon Z6II mit dem 40 mm f/2 wäre zwar auch für die Streetfotografie geeignet, aber sie dafür zu groß und entsprechend auffällig.

Mit den Filmsimulationen in den Kameras von Fujifilm sind ansprechende Ergebnisse ohne große Bearbeitung möglich.
Mit den Filmsimulationen in den Kameras von Fujifilm sind ansprechende Ergebnisse ohne große Bearbeitung möglich.

Zudem ermöglichen es die Filmsimulationen von Fujifilm Bilder direkt aus der Kamera, ohne große Bearbeitung zu nutzen. Die Filmsimulationen können individualisiert und in den meisten Kameras von Fujifilm als eigene Presets gespeichert werden. Die X-S10 hat vier Speicherplätze für diese Presets. Diese können direkt über das Moduswahlrad ausgewählt werden. Diese Presets werden auch Film Recipes genannt. Sie sind perfekt für spontane Situationen im Alltag oder auf Fotowalks.

Den passenden Look zu meinen Vorstellungen finden

Meine ersten Schritte in der Streetfotografie mit X-S10 waren eher holprig. Zum Start wollte ich mich meinen „Look“ finden. Zwar habe ich auch schon für die X-E3 bei FujiXWeekly nach passenden Film Recipes gesucht und mit diesen fotografiert. Nach kurzer Zeit und den ersten Streetfotos mit Fujifilm X-S10 habe ich gemerkt, dass es sich noch rund anfühlt und mir der Look der Bilder noch nicht gefällt. Entweder waren die Bilder ein wenig zu kontrastreich, die Farben noch nicht zufriedenstellend oder die Ergebnisse schlicht nicht wie erwartet. Also habe ich weiter recherchiert und experimentiert. Durch Zufall und den YouTube Algorithmus stieß ich dann auf ein Film Recipe namens „Classic Cuban Negative“ von Osan Bilgi. Die ersten Ergebnisse gefielen mir und so nutzte ich das Preset recht oft.

Eine Szene am Morgen in der Münchner Innenstadt, aufgenommen mit dem Preset Classic Cuban Negative. Das Ergebnis ist sehr kontrastreich.
Eine Szene am Morgen in der Münchner Innenstadt, aufgenommen mit dem Preset Classic Cuban Negative. Das Ergebnis ist sehr kontrastreich.

Nach einigen Aufnahmen merke ich, dass das Preset in manchen Situationen sehr kontrastreiche Ergebnisse produziert. Dies lässt die Bilder etwas überzeichnet wirken. Zudem war der Weißabgleich recht stark ins Magenta verschoben, was für mich in manchen Situationen auch nicht ideal ist. Die Lösung war ein weiteres Preset mit weniger Kontrast und einem eher neutralen Weißabgleich ohne große Farbanpassungen. Mit diesem Preset war und bin ich sehr zufrieden. Seither nutze ich dieses selbst erstellte Preset mit der Filmsimulation Eterna als Basis fast immer. Man könnte das Film Recipe als ein Daily Eterna nennen. Zudem probiere ich gerade das Preset Summer Chrome, ebenfalls von Osan Bilgi, mit einem sehr warmen und kontrastarmen Look.

Natürlich durfte auch ein Preset für Schwarz-Weiß-Aufnahmen nicht fehlen. Hier entschied ich mich für die Simulation des Kodak Tri-X 400, aufgrund seines recht starken Kontrasts und den stark ausgeprägten Tiefen bzw. Schatten. Ergänzend dazu nutze ich gerade auch ein Film Recipe des Ilford HP5 Plus 400 für weniger kontrastreiche Bilder. Insgesamt war ich in den letzten Monaten viel am Experimentieren was die Film Recipes und meinen Look angeht. Langsam habe ich aber die passenden Einstellungen gefunden.

Abwechselung zur Landschaftsfotografie

Meine Motivation für die Streetfotografie habe bereits eingangs erwähnt. Im Gegensatz zur Landschaftsfotografie reizen mich die spontanen und ungeplanten Situationen des Alltags. Zwar können ungeplante Situationen auch bei einer Fototour in der Natur passieren, dennoch rechne ich damit mehr, wenn ich beispielsweise in den Bergen unterwegs bin. Bei der Streetfotografie ist das spontane Element und das menschliche Element innerhalb der Bilder für mich reizvoll.

Situationen beobachten und im passenden Moment ablichten, reizt mich an der Streetfotografie besonders.
Situationen beobachten und im passenden Moment ablichten, reizt mich an der Streetfotografie besonders.

Zudem fotografiere ich mit der Fujifilm X-S10 nur mit Festbrennweiten. Dazu habe ich mir das SIGMA 30 mm F1,4 und das Viltrox AF 56 mm F1.4 zugelegt. Mit ca. 40 mm und 85 mm Brennweite, umgerechnet auf das Vollformat, sind es zwei Brennweiten, die schon immer gern nutze. Im Gegensatz zu den Zoom-Objektiven an meiner Nikon Z6II muss ich hier aktiver sein und mich für die Bildkomposition mehr bewegen. So komme ich aus meiner Bequemlichkeit heraus und denke meine Bildkomposition auch in der Landschaftsfotografie verbessern zu können. Dazu kommt das Beobachten bestimmter Situationen und den richtigen Moment zum Drücken des Auslösers zu finden. Was eine andere Art zu fotografieren für mich ist. In den letzten Jahren habe ich mehr und mehr Fotos einer Bildkomposition gemacht, ohne dass sich diese groß unterscheiden. Ich will wieder bewusster Fotografieren. Dazu ist die Streetfotografie für mich ein gutes Mittel, dieses Ziel zu erreichen.

Dazu gehört auch, dass ich meine Bilder nicht großartig nachbearbeiten möchte und will. Die Bilder sollen den Moment so zeigen, wie er geschehen ist. Dazu sind die Filmsimulationen bei der Fujifilm X-S10 ideal. Es lässt sich ohne viel Aufwand ein bestimmter und auch eigener Look erzeugen. Zudem bin ich nicht versucht jede Szene abzulichten und in der Nachbearbeitung das Bild noch zu retten. Ich denke, auf diese Weise entstehen in meiner Streetfotografie und auch bei meinen Landschaftsaufnahmen Ergebnisse, mit denen ich zufriedener bin.

Man lernt nie aus – besonders nicht beim Fotografieren

Gerade bei der Streetfotografie habe ich noch einen stetigen Lernprozess vor mir. Aktuell konzentriere ich mehr auf Situationen, in denen Personen eher zufällig Teil des Motivs sind. Zwar konnte ich schon ein paar gute Aufnahmen mit Menschen machen, aber diese sind auf eine eher unauffällige Art und Weise entstanden. Motive, in denen Personen eine größere Rolle spielen, will ich gezielter suchen. Das heißt auch gegebenenfalls, mit diesen Personen zu interagieren und zu sprechen. Eine fotografische und persönliche Herausforderung.

Personen sind bisher eher zufällig Teil meiner Streetfotos. Sie besser in meine Aufnahmen zu integrieren, ist mein Ziel.
Personen sind bisher eher zufällig Teil meiner Streetfotos. Sie besser in meine Aufnahmen zu integrieren, ist mein Ziel.

Zudem bin ich selten in der Natur unterwegs, wenn das Licht schlecht oder flach ist. Hier ist die Streetfotografie ein guter Weg, mein Hobby und meine Leidenschaft auszuleben. Ich bin gefordert, Motive und Kompositionen zu finden. Ich denke, davon werde ich auch bei meiner Landschaftsfotografie profitieren.

Ich will mit meiner Streetfotografie klare und einfache Kompositionen darstellen, die auch aus einer komplexen Umgebung stammen können.

Mit der Streetfotografie entwickle ich mich weiter

Insgesamt ist die Streetfotografie für mich ein Weg, mich fotografisch weiterzuentwickeln. Mit der Fujifilm X-S10 ist es eine andere Art zu fotografieren. Durch die Nutzung von Festbrennweiten muss ich mich mehr mit der Bildkomposition und der Situation vor mir auseinandersetzen. Dieser Aspekt tut mir gut. Ich fotografiere bewusster und merke dies auch schon bei meiner Landschaftsfotografie.

In Zukunft werde ich sicherlich den ein oder anderen Artikel zur Streetfotografie hier veröffentlichen und Bilder teilen. Ich sehe meine Streetfotografie-Touren eher als Fotowalks durch eine bestimmte Stadt oder ein bestimmtes Viertel. Ich hoffe, die ersten Bilder und Resultate gefallen euch. Ich freue mich über Feedback und Kritik.

2 Antworten zu „Streetfotografie mit Fujifilm X-S10“

  1. Avatar von Werner Wille
    Werner Wille

    für so viel Technikgerede sind die Bilder ziemlich einfallslos. Streetfotografie sind nicht Hauserecken oder Parks im Gegenlicht. Schau mal bei den Meistern der Streetfotografie, was damit gemeint ist. Brassai, Evans, Bourke – White, Bresson, Atget, Hewitt…

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    1. Avatar von Florian

      Danke für das offene und ehrliche Feedback.

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