Das Frauensanatorium – Unterwegs in den alten Beelitzer Heilstätten

Eine der bekanntesten Lost Places, wenn nicht der bekannteste Lost Place, in Deutschland. Die Beelitzer Heilstätten liegen in den dichten Kiefernwäldern bei Berlin. Ursprünglich wurden sie, Anfang des 20. Jahrhunderts, als Heilstätten gegen Tuberkulose gebaut und haben seit her eine bewegte Geschichte.

Vor einigen Jahren war ich zum ersten Mal in diesem besonderen Ort. In einer kleinen Artikelserie möchte ich, euch die Fotos der verschiedenen Fototouren zeigen. Den Anfang macht das Frauensanatorium, welches ich schon vor mehr als drei Jahren besucht habe. Dieses ist mittlerweile bereits denkmalgerecht saniert und beherbergt Wohnungen und Ateliers.

Ich habe das Frauensanatorium in Beelitz Anfang 2013 innerhalb einer geführten Fototour von go2know besucht. Es war ein grauer und kalter Wintertag. Dementsprechend kalt und feucht war es in den Gebäuden. Auf dem Programm standen drei Gebäude, das Bettenhaus als Haupthaus des Frauensanatoriums und die Küche sowie die Wäscherei als Nebengebäude.

Bereits vor dem Betreten der Gebäude fällt der Glanz und Prunk auf, mit dem sie gestaltet sind. Die Häuser des Frauensanatoriums wirken imposant. Dieser Eindruck setzt sich auch im Inneren der Gebäude fort. Im Haupthaus sind alle Zimmer nach Süden ausgerichtet und hinter Ihnen befindet sich endlos lang scheinender Gang. An deren Enden sich die Treppenhäuser befinden.

Blick einen der langen Flure zu einem der Treppenhäuser
Blick einen der langen Flure zu einem der Treppenhäuser

Von den Decken der Zimmer und Gängen löste sich der Putz und die Böden waren damit bedeckt. Jeder Schritt schalte durch die leeren Räume. Ich roch den nassen Putz und die nassen Wände.

Trotzdem lässt sich der alte Glanz der Gebäude noch erkennen. Es herrscht einfach eine besondere Atmosphäre. Die Zimmer wirken hell und die Ruhe bestimmt die ganze Szenerie. Nur die Schritte der Fotografen, die das Frauensanatorium erforschten, „störte“ diesen Ruhe. Überall wo ich hinsah, konnte ich kleine Details erkennen.

Versteckte Details finden sie überall, wie dieses Oberlicht im Hauptgang
Versteckte Details finden sie überall, wie dieses Oberlicht im Hauptgang

Die Türen der Zimmer standen meist offen oder hingen nur halb in ihren Angeln. Die Fenster waren alle zerschlagen. Überall lagen Glassplitter auf dem Boden. Sie knacksten bei jedem Schritt. Die Farbe blätterte von den Wänden. Man sah den Gebäuden damals an, dass sie schon gut 20 Jahre leer standen.

Glassplitter liegen auf dem Boden. Die Sonne scheint durch eine offen stehende Tür in den Hauptgang.
Glassplitter liegen auf dem Boden. Die Sonne scheint durch eine offen stehende Tür in den Hauptgang.

Wie schon gesagt, sind die Patienten und Behandlungszimmer alle nach Süden ausgerichtet. Der Blick aus den großen Fenstern geht in den ruhigen Kiefernwäldern. Dicke Schichten aus Farbe hängen von den Wänden.

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Der Blick geht in die Wälder. Dicke Farbschichten lösen sich von den Wänden.

Neben den langen Gängen und vielen leeren Zimmern waren für die Treppenhäuser besonders spannend. Die Stufen sind recht flach und die Treppen lang. Sie schlängeln sich über drei Etagen noch oben. Der Blick von oben herab schaffte ein tolles Motiv mit einer gewissen Symmetrie. Licht und Schatten wechselten sich ab.

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Die Treppe windet sich nach unten. Licht und Schatten wechseln sich ab.

Neben dem Hauptgebäude boten auch die Nebengebäude des Frauensanatoriums in Beelitz viele spannende Motive. Nach mehr als 20 Jahren Leerstand hat sich auch das eine oder andere Graffiti in den Gebäuden gefunden. Diese sind aber mehr Street Art als Schmiererei.

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Kunst anstelle von Schmierei. Street Art in der Wäscherei

Da auch die Nebengebäude dem Verfall preisgegebenen wurden, löste sich auch hier die Farbe und der Putz von den Decken und Wänden. Die vielen Oberlichter waren teilweise mit einer dicken Schicht aus Moos und Schmutz bedeckt. Trotzdem fiel noch einiges an Licht in die Räume. Das sorgte für tolle Licht- und Schattenspiele.

Licht fällt durch das zerbrochene und mit Mos bedeckt Deckenlicht.
Licht fällt durch das zerbrochene und mit Mos bedeckt Oberlicht.

Abschließend ging es noch in das alte Küchengebäude. Dieses Gebäude prägt der große ehemalige Kochsaal mit seinen großen Fenstern. In der Mitte des Saals stand ein altes und verrostetes Gestell einer alten Liege. Alte Fensterrahmen lagen auf dem gefliesten Boden. Hier hatte go2know eine Nebelmaschine zur Verfügung gestellt. Glücklicherweise brach gerade die Sonnen durch die Wolken und tauchte die ganze Szene in einzigartiges Licht.

Wie schon bei der gesamten Fototour im Frauensanatorium in Beelitz ergaben sich wieder einzigartige Lichtspiele. Das Gestell der Liege gibt der Szenerie etwas Surreales. Die Fliesen verleihen dem Raum und dem Motiv noch mehr Tiefe.

Der Nebel zeichnet das einfallende Licht im Hintergrund
Der Nebel zeichnet das einfallende Licht im Hintergrund
Licht und Schatten wechseln sich im Nebel ab
Licht und Schatten wechseln sich im Nebel ab

Die tief stehende Sonne und der Nebel der Nebelmaschine tauchten die Küche des Frauensanatoriums nochmal in besonderes Licht und bildeten einen tollen Abschluss.

Die Fotos entstanden damals noch mit meiner alten Nikon D700. Ich habe sie nochmal mit überarbeitet und dabei meine Presets getestet und weiterentwickelt. Vor allem die stimmungsvollen und mit weniger Sättigung versehenen Presets passen bei den Aufnahmen sehr gut. Mehr über die Presets könnt ihr hier lesen.

Ich hoffe die Bilder gefallen euch. Im nächsten Beitrag geht es dann in die Chirurgie der Beelitzer Heilstätten. Hier erwarten euch eher düstere Aufnahmen.

Wie immer könnt ihr gern kommentieren und mit auf Facebook, Instagram oder auch auf 500px folgen.

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